Lichterkette zum Gedenken an die Opfer sexueller Gewalt Revive all my fears, revive all these wasted tears, revive this void within... revive me once again


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Vitamin See

Schwaden umhüllen das Boot.
Leiber winden sich im Wasser.
Keine Fische.
Brennend heiß, die Sonne.
Das trübe Wasser gluckst frech.
Weiße Gestalten, gefallene Engel.
Ich brauche es, dies.
Ein wenig Chaos.
Zur Beruhigung des Grauens.
Ein wenig Zeit noch...
...bevor die Stürme heranbranden.

Danke dafür.
29.9.11 15:26


Der Spiegel der Moldau

Das Wasser hier ist tief, so tief und dunkel und glatt wie ein Spiegel.
"Wer von uns wird fallen?", frage ich in der Hoffnung, es niemals zu erfahren.
Bewegung und Feuer kehren sich in mein Innerstes. Dort habe ich mich nun eingeschlossen.
Du! Entzücke mich... entrücke mich...zerstückle mich...
Drei Zeichen, drei Wunden wurden mir zuteil: Des Körpers, des Geistes und der Seele. Sie sagen: Das Schicksal befreit dein Herz, es lindert den Schmerz, befriedet den nimmersatten Hunger und die ewig treibende Lust, schließt alle Türen auf und versiegelt sie wieder. Es fließt, alles fließt.
So grabe ich mich in Mutters Schoß ein, um Ruhe zu finden.
Kein Fluß vergießt Tränen, um mich nach Hause zu führen.
(Wo mag es auch liegen?)
Eine falsche Sonne erhebt sich und streckt ihre durstigen Wurzeln ins kühle Nass hinab. Der Himmel erstrahlt in einem kräftigen Nachtblau.
Die Augen blicken ins Wasser, ins dunkle Wasser, in den dunklen Spiegel, der keine Bilder zurückwirft: Dort auf der Oberfläche, bildlos und glatt, erkenne ich im Dunkel mein Spiegelbild.
Kein Fluß bringt mich heim, denn er und ich - wir sind eins.
In seinem - meinem (!) - Innern schlägt ein Herz aus Finsternis.
Und zu dir hin gewandt, schreie ich:
"Was auch kommen mag, ich werde sein, durch mich selbst werde ich sein. Es mag kommen, was will - es wird nie anders."
Du aber rührst dich nicht, bewegst dich nicht. Hörst mich nicht, verstehst wohl auch nicht.
Deine Lippen formen Laute: "Was ist dort im Wasser zu sehen?" Es folgt eine ewige Stille.
Ein sanfter Wind weht hindurch und flüstert in einem fort - nichts.
30.8.11 23:36


Für später: Ideale in Reserve

Bei Gelegenheit mal über Ideale nachdenken, da hatte man es neulich doch erst davon.

Jetzt: Viel zu müde und erledigt vom Übersetzen des 6. Buches der Aeneis. Also ab in die Konserve mit den Zitaten.

 

 "Das Ideal ist die Wahrheit, von weitem gesehen."

Alphonse de Lamartine, Geschichte der Girondisten

 

"Für das Leben wird ein Ideal benötigt. Ein Ideal ist jedoch nur dann Ideal, wenn es Vollkommenheit ist." 

Leo Tolstoi (Tagebücher)

 
"Alles das, woran ich auf Erden gelitten habe und was mir am Menschen böswillig und gehässig erschien, brüchig und gemein, machtwillig oder eitel, alles das begegnete mir auf meinem Lebenswege stets im Gewande der Ideale."
 
Theodor Lessing (Geschichte als Sinngebung des Sinnlosen)

 
"In dem Glauben an das Ideale ist alle Macht wie alle Ohnmacht der Demokratie begründet."
 
Theodor Mommsen (Römische Geschichte)
8.6.11 23:39


Shoggothschweiß

Ich kann die Nächte über nicht gut schlafen, die Abkühlung fehlt oder reicht nicht aus. So bleibe ich lange wach.
Dann kommen sie: Unzählige Gedanken, in unablässiger Folge sich selbst befruchtend. Eine innere Unruhe, die sanft vor sich hin schwelte, glimmt auf. Gedanken treiben einander um, befeuern Fantasie und Kreativität, peitschen den Verstand in den Wachzustand - sie lassen einem keine Ruhe. Der Schlafmangel gießt Öl ins Feuer. Schweiß bricht aus. Im nächtlichen Wahn scheint er dickflüssig zu sein wie einer der Shoggothen aus Lovecrafts "Berge des Wahnsinns": Eine zähe lebendige Masse mit tausenden von Augen, die sich aus meinem Körper ergießt, dabei alles durchnässt, alles verpestet.
Dazwischen flackern Auszüge aus Nietzsches "Also sprach Zarathustra" auf: Dumpf und satt grollend schlingt sich der goldene Drache um das Bett; man liest "Du sollst" so oft, wie das Ungetüm Schuppen hat. Denn der Zwang ist ihre Gravur. Irgendwo brüllt ein Löwe "Ich will" und in einer abgeschiedenen Ecke des Zimmers sitzt ein Kind namen Precht und feilt an einer neuen bürgerlichen Moral. Ich kann nur hoffen, dass der Shoggothschweiß schon das Kamel verzehrt hat. In mir selbst zittert das Herz und ein unerhörter Gedanke steigt auf: Kann ich einen Stern gebären? Doch irgendetwas will mich lieber in den Untergang reißen. Dann werde man mich lieben - denn ich bereite des Übermenschen Kommen vor. Mit Mühe und Not dränge ich sie zurück und Seneca hilft mir: Fürwahr, ein Philosoph der Tat! Schnell! Mein Geist greift nach der Aussage "Gott ist tot!". Sofort befällt Müdigkeit meine Glieder. Wie könnte einen etwas, das man schon tausend Mal gehört oder gelesen hat, noch berühren?
Es verschluckt mich einfach die Dunkeltheit. Bin ich nun in Vergils "Aeneis"? Sechstes Buch? Es wunderte mich nicht, wenn Furien und schattenhafte Gestalten von Monstren mir entgegensprängen. "Aber nein, keine Sorge. Die Dunkelheit ist eine Nihilistin.", sagt Walter und reicht mir einen Bademantel. "Also, Untergang oder Stern?" Ich blinzle verdutzt, darauf grinst mich mein Wecker an. Vor fünf Stunden wollte ich schlafen. Kein Auge zugetan. Ich könnte mich aufregen, aber da schlägt mir Seneca schon den zweiten Literaturband des GEO-Lexikons ins Gesicht und ich falle in einen tiefen Schlummer.
Der letzte Gedanke: "Immerhin habe ich nicht "Feuchtgebiete" gelesen..."
7.6.11 06:37


Say...

... if I am the storm,
if I am the wonder
will I have flashlights nightmares
and sudden explosions?
 
 
Röyksopp ~ What Else Is There?
7.6.11 00:31


[4:53]

Verlorener Träumer!
Schläfer - noch nicht erwacht.
Auf welch tuchbespanntem Felsen sitzt du?
Lässt Gespenster aus alter Zeit vorüber.
Augen strahlen von den Wänden -
küssen möcht' ich sie!
In der Hoffnung: Sie blinzeln.
(Was spielt die Farbe schon für eine Rolle?)
Poch. Poch.
So der Kopf im Innern.
Zitternd die Wände;
schmelzen dahin.
Verlust der Realität.
Das Reich dazwischen: Willkommen.
Vertrautes Gefühl, warte darauf -
auf Ächzen, Stöhnen, Klopfen.
Schauernd erfreuen dich Gesichter,
[...] überall.
(So unverhohlen wachsen sie hervor.)
Ein Morgengruß: Höre!
Verlorener Träumer...
Zimmer zuckt zusammen -
gleich einem Schrecken im Pferde.
Lebensraum auf Stecknadelkopf.
Universum in Nussschale.
Realität (?) bricht sich Bahn.
Geifert wild um sich.
Dumpf Dröhnend, die Dunkelheit:
Umgibt dich als Begleiterin.
Dich, den Schlafwandler -
auf neuem Pfad (!) (?)
Hellwach, nie geschlafen -
Dennoch nicht erwacht.
Armer Verlorener.
3.6.11 12:27


Broken Flowers

Filme. Ich mag Filme sehr. Aber ich schaue sie nur selten alleine. Warum? Keine Ahnung. Dabei kann ich es sogar recht gut, wie ich gerade wieder festgestellt habe.
An dieser Stelle aber gleich vorweg eine Warnung: Wenn man mir einen Film ausleiht, dann kann es schon mal dauern.
Im April 2010 begab es sich, dass ich mich mit einem Bekannten zum Filmschauen traf und wir uns auch generell über Filme austauschten, die wir mögen oder erst kürzlich gesehen hatten.
Bei mir war das "Lost In Translation" und ich war sehr begeistert von diesem Film, da er mich sehr berührt hatte. Überhaupt gehört schon etwas dazu, dass ein Film mich ohne Wenn und Aber auf die Couch bannt.
Mein Bekannter stimmte mir zu, dass es ein schöner Film sei und ganz besonders toll sei Bill Murrays Schauspielerei. Von meiner Seite aus: Kein Widerspruch. Ehe ich noch einmal blinzeln konnte, hatte ich auch schone eine DVD in Händen namens "Broken Flowers" mit dem Hinweis: "Wenn dir Lost In Translation" gefallen hat, dann dürfte dieser Film auch etwas für dich sein."
Heute Abend dann war es soweit, ich hatte Lust mir einen Film anzusehen und die DVD fand endlich ihren Weg in mein Abspielgerät.
Die Geschichte: Ein älterer Herr im Ruhestand mit einem gewissen Vermögen und einem anscheinend einst recht ausgefülltem Liebesleben erhält einen Brief, dass er einen Sohn besäße, der auf der Suche nach ihm sei. Absender leider nicht bekannt. Sein Nachbar, eine Art Hobbydetektiv, drängt ihn dazu, sich auf die Suche zu begeben und stattet ihn mit allen notwendigen Dingen aus: Adressen, Hotelreservierungen, Wegbeschreibungen, Flugticket. So begibt sich unser Hauptcharakter schließlich auf einen lustigen Trip zu seinen ehemaligen Liebschaften.
... und was für ein Trip. Zunächst: Nein, wir haben es hier nicht mit einer der zahlreichen US-Komödien zu tun, die mit möglichst vielen Witzen und Slapstick einen zu erdrücken suchen. Dieser Film ist ruhig, entspannt, hat einen sehr natürlichen (teils aber auch spröden) Humor und nutzt auch sehr viel Gestik und insbesondere Mimik. Ernsthaft. Wer jetzt schon eingeschlafen ist, der braucht sich um diesen Film auch nicht weiter kümmern.
Ob einem der Film nun wirklich gefallen muss, wenn man "Lost In Translation" mag? Nein, ganz sicher nicht. Aber dieser Film hat doch seine Qualitäten, eben darin wie er seine Geschichte gemählich ausbreitet. Aber emotional läuft so viel ab, dass ich sicher bin, viel gar nicht wirklich mitbekommen zu haben. Da haben wir Verwunderung, Bedauern, nostalgisches Glück und ein ganzes Fass aus peinlichen Moment. Das Peinliche in diesem Film ist aber nicht das, was ein unangebrachter Rülpser, eine heruntergelassene Hose oder ein "Ach, das war deine Katze, die ich die Toilette heruntergespült habe?" in anderen Filmen ist. Es ist mehr das Peinliche in der Kommunikation: Schweigen oder uninteressanter small talk, wie er entsteht, wenn man sich nichts zu sagen hat. Ich hasse diese Momente im echten Leben und sie kommen viel zu oft vor, daher waren sie im Film ebenso unangenehm.
Die schauspielerische Leistung empfand ich als gut, die Rollen und Dialoge waren soweit überzeugend, wirkten also nicht künstlich. Ich kaufe den Machern auch den übereifrigen Nachbarn ab - ich will auch einen Nachbarn, der mir einen Urlaub zusammenstellt. Es gab kleinere Dinge, die mir nicht so gefallen haben, aber das waren nur kleine Details. Letztlich hat der Film für mich das Problem, das er einfach farblos bleibt, mich nicht wirklich mitreißt oder tiefergehend berührt.
Nun ja, wer also einen ruhigen, entspannten Film über die Suche nach vergangenen Zeiten, zwischenmenschliche Beziehungen und ganz nebenbei Dastellungen von verschiedenen Milieus der amerikanischen Gesellschaft sehen möchte, dem sei "Broken Flowers" wärmstens empfohlen.
Sollte ich auf einer Skala von 1- 10 werten, dann dürfte der Film bei einer 6,5 liegen
17.1.11 00:48


Top 11 Lieblingslieder (Nov '10 bis Jan. '11)

Ich habe gerade keine Ideen für Brötchen oder Schatten geschweige denn interessante Splitter. Darum tue ich das, was jeder macht, wenn ihm nichts einfällt: Eine Liste!
Eine Top 11 der Lieder, die ich im oben erwähnten Zeitraum lieben gelernt (oder nach langer Zeit wieder gefunden) habe. Spannung pur und so!
Alle Lieder können auch als Anspieltipps meinerseits verstanden werden.

Legen wir los:

Platz 11: Machine Head - The Burning Red
So lasst uns mit einer Wiederentdeckung. Ich habe irgendwann zwischen 2008 und 2009 Machine Head etwas vernachlässigt, hatte es etwas zu viel gehört. Dieses Lied war früher mal eines meiner Lieblingslieder von ihnen, aber trotzdem geriet es in Vergessenheit. Jetzt lief es mir letztens im Shuffle über den Weg und bekam gleich ein Dutzend Durchläufe spendiert.
Für jeden der es in gewissen melancholischen Stunden mag, die entsprechende Musik zu konsumieren: Dieses Lied ist toll. Rob Flynn hat meiner Meinung nach eine tolle Singstimme und der Text könnte teils glatt von mir sein. Nur dass ich eben keine Liedtexte schreibe.
"I've rode the phoenix as she glides and I've gone insane."

Platz 10: Bad Religion - Infected
Bad Religion habe ich schon immer mit "Punk Rock Song" verbunden. Eine nette, kleine Nummer. Dann kam noch "21st Century (Digital Boy)" hinzu und der Rest lief immer so an mir vorbei. Wieso ich erst jetzt über dieses Lied gestolpert bin? Keine Ahnung. Hervorragend um jegliches Gefühl der Abhängigkeit zu untermalen. Einfach laut den Refrain mitsingen. Herrlich.
"You and me have a disease. You affect me, you infect me - I'm afflicted, you're addicted, you and me, you and me."

Platz 9: KT Tunstall - Suddenly I See
Das ist ein Lied, welches einem das Gefühl vermittelt zu wissen wer man ist und was man in seinem Leben tun will. Die Inspiration dazu kommt durch eine andere Person. Miss Tunstall bezog sich dabei auf den Moment, als sie auf ein Bild von Patti Smith blickte und begriff, was sie selbst mit ihrem Leben tun wollte. Für mehr Informationen empfehle ich die englische Wikipedia. Insgesamt das Wohlfühllied Nummer 1 in dieser Liste.
"Suddenly I see: This is what I wanna be.
Suddenly I see why the hell it means so much to me."


Platz 8: The Chemical Brothers - Come Inside
... es ist eine tolle Ergänzung zu den bisherigen tanzbaren Lieder von den "Brothers" sowie von The Prodigy. Mehr gibt es da nicht zu sagen. Move your feckin' body!
"Would you like to come in now? Would you like to come inside?"

Platz 7: Slipknot - People = Shit
Ah, der Schlüpfknoten. Lernte ich durch den Fernseher kennen, wo das Video zu "Duality" lief. Später lernte ich dann "Wait And Bleed" kennen, sowie "Surfacing" und "Spit It Out" und "Before I Forget" und so weiter. Dieses Lied ist mir aber erst im Dezember im Shuffle entgegen gesprungen. Der Text ist recht uninteressant, aber das Lied ist so voller Energie, da will ich einfach dazu abgehen. Sowas und ich dachte mal, dass Slipknot mir nichts mehr zu geben hätten.
"People equal shit! (Whatcha gonna do?)"

Platz 6: Tori Amos - Winter
Ich liebe Tori Amos, so gesehen ist sie meine liebste Sängerin. Ein Album von Tori und es geht mir gut, auch wenn die Lieder oft genug traurig sind. Dieses Lied hier entdecke ich so gesehen jeden Winter aufs Neue, das bringt der Titel so mit sich. Es ist zugleich auch eines meiner liebsten Lieder von. Ein Lied über ein ganzes Leben, über Selbstfindung und Liebe zu sic selbst. Wenn einem der ganze Metal mal wieder zuviel wird: Tori ist Balsam für die Ohren.
"When you gonna make up your mind, when you gonna love you as much as I do..."

Platz 5: Ladytron - Destroy Everything You Touch
Das einzige Lied, das ich nicht besitze, aber schon hundertmal auf dailymotion angehört habe (und ab und zu habe ich auch das Video angesehen. Das gefällt mir ziemlich gut). Vielmehr kann ich zu diesem Lied nicht sagen. Vernichte mich und dich und alles andere um dich herum. Liebe!
"Destroy everything you touch today... Destroy me this way."

Platz 4: Bolt Thrower - Those Once Loyal
Diese Band wird einer meiner Höhepunkte auf dem diesjährigen Summer Breeze. Ich kannte "Inside The Wire" schon eine ganze Weile, aber jetzt kamen noch tolle Lieder wie "At First Light", "This Time It's War" und eben "Those Once Loyal". Das dazugehörige Album behandelt Krieg im Allgemeinen (bei der Band nichts Ungewöhnliches) und den Ersten Weltkrieg im Besonderen. Bei "At The First Light" sehe ich immer die britischen Truppen aus den Gräben strömen und bei "Those Once Loyal" werden die geborgenen Gefallenen bestattet. Verdammt guter Death Metal und ich hoffe, dass sie dieses Lied live spielen.
"Brave are the deeds of fallen victorious. Never forgotten - lonely are the glorious."

Platz 3: The Knife - Silent Shout
"Hey Hugg! Knife!!"
Das Lied hat es auch wieder nach oben geschafft. Ich empfehle mal das Video anzusehen und sich generell weitere Lieder von dieser Band anzuhören. Die Band schafft es mit ihren Liedern tolle Atmospähren herzustellen... und "Silent Shout" ist für mich immer wieder ein kleiner elektronischer Trip.
"A cracked smile and a silent shout."

Platz 2: Swallow The Sun - Sleepless Swans
Bei den Vorbereitungen für das Summer Breeze '10 war mir die Band schon positiv aufgefallen, aber ich habe es dann doch nicht zu dem Auftritt geschafft. Dafür dann auf ein Konzert in Stuttgart, wobei der eigentliche Grund die Isländer von Sólstafir gewesen sind. Nichtsdestoweniger haben Swallow The Sun mich weggehauen und dieses Lied hat es mir im Speziellen angetan. Der Kontrast von Growls und Cleangesang ist herrlich und die anmutigen Schwäne, die auf einem winterlichen See zu Tode frieren... ein starkes Stück melancholischen Metals.
"Winter has our hearts now, it finally tore us apart. We are sleepless swans, frozen on the lake."

Platz 1: Kyuss - Demon Cleaner
Das epischste Lied, das je übers Zähneputzen geschrieben worden ist. Glaubt ihr mir nicht? Das ist aber so. Sicherlich kam noch der Einfluss gewisser Rauchwaren hinzu, aber die Inspiration soll in der Tat der Vorgang des Zähneputzens gewesen sein. Davon abgesehen ist einfach ein tolles Stoner-Rock-Lied. Es rockt so herrlich entspannt vor sich hin. Zwanzigmal hintereinander und man ist in einer Trance. Aber mir fällt gerade auf, dass ich es noch nie beim Zähneputzen angehört habe.
"...standing naked here to say: I'm the only way."
14.1.11 17:05


Catullus, carmina 5 & 7 & 8

Warum nicht die Übersetzungsaufgaben für die Universität und das Bloggen kombinieren?

Carmen 5

Lass uns leben und uns lieben, meine Lesbia, und das Gerede der allzu strengen alten Männer wollen wir als gering erachten.
Sonnen können unter- und wiederaufgehen:
Wir müssen aber, wenn einmal unser kurzes Lebenslicht erloschen ist, eine einzige ewige Nacht lang schlafen.
Küsse mich tausend Mal, darauf hundert, dann weitere tausend Mal, noch ein zweites Mal hundert, hierauf einmal mehr bis zu tausend Mal, alsdann noch hundert Mal.
Dann, wenn wir uns viele tausend Male geküsst haben, werden wir jene durcheinanderwerfen, damit wir nicht wissen, wieviele es sind, oder uns irgendein schlechter Mensch durch den bösen Blick schaden kann, da er weiß, dass es genau soviele Küsse sind.


Carmen 7

Lesbia, du fragst, wieviele Küsse mir mehr als genug seien. Wie groß die Menge des lybischen Sandes ist, der im mit Lasarpicium gespickten Cyrene zwischen dem Orakel des vor Hitze glühenden Jupiters und dem geheiligten Grab des alten Battus liegt oder wieviele Sterne die heimlichen Liebschaften der Menschen sehen, wenn die Nacht schweigt:
So viele Küsse sollst du küssen und so viele sind dem wahnwitzigen Catull mehr als genug, damit weder die Neugierigen sie zählen können noch eine schlechte Zunge uns verhexen kann.


Carmen 8

Armer Catull, hör auf damit, ein Narr zu sein, und was du als verloren siehst, das sollst du auch für verloren halten.
Einst leuchteten dir strahlendsonnige Tage, als du häufig dorthin gingst, wohin dich dein Mädchen führte, die von mir geliebt worden ist, wie keine je geliebt werden wird.
Als dort Scherzhaftes geschah, was du wolltest und das Mädchen ebenso, wahrlich dir leuchteten strahlendsonnige Tage. Nun will jene nicht mehr:
Wolle du auch nicht, Ohnmächtiger, und jage nicht sie, die flieht; auch lebe nicht elend, sondern ertrage es mit fest entschlossenem Sinn, sei hart.
Leb wohl, Mädchen. Schon ist Catull hart und wird dich weder suchen noch wird er dich gegen deinen Willen umwerben.
Du aber wirst leiden, wenn du nicht umworben wirst. Wehe dir, verruchtes Weib! Welch Leben bleibt dir noch? Wer wird dich nun aufsuchen? Wem wirst du als schön erscheinen? Wen wirst du jetzt lieben? Als wessen Mädchen wirst du bezeichnet werden? Wen wirst du küssen? Wem wirst du die Lippe beißen?
Du aber Catull, du bist entschlossen, sei hart.
12.1.11 19:28


10,5 Grad

Wenn der Schnee schmilzt, kommt manches zum Vorschein, was bedeckt war: Pistazienschalen, Feuerwerkskörperreste, ein Brötchen, dieser Blog und ein Herzschlag. Bald bricht wieder der Sommer an. Zeit wieder ein paar Einträge zu schreiben.
8.1.11 17:51


Ok

... und es trifft mich der vollen Wucht einer urzeitlichen Erkenntnis:
Hier standen wir – zärtlich verbunden.
Dort lagen wir – lustvoll vermengt
Zuletzt schieden wir – aus selbstgeschlagenen Wunden blutend.
Als der Sommer über dem Land heraufzog, fingen mich deine Augen ein.
Ich nährte mich an deinem Herzen und gesundete an deinen Lippen.
Ein Morgen voller Leidenschaft, ein Mittag voller Glück.
Am Abend lagen wir zerschunden danieder.
Du ließest mich hier zurück, gefesselt.
So lag ich dort und starb an der Liebe.
...
Aber das war irgendwie in Ordnung.
19.12.10 15:36


Catullus, carmen 16

Ich werde euch, dir Aurelius, der du Unzucht mit dir treiben lässt, und dir Furius, du männliche Hure, euch werde ich mit meinem Glied Hinterteil und Maul stopfen.
Ihr, die ihr mich anhand meiner Verslein, da sie zärtlich sind, für unzüchtig gehalten habt.
Denn es gehört sich für den rechtschaffenen Dichter, keusch zu sein, für seine kleine Verse besteht dafür keine Notwendigkeit.
Schließlich besitzen diese Verse einen feinen und anmutigen Witz, wenn sie zärtlich und ein wenig unzüchtig sind und sie das, was sich an Lüsternheit im Menschen befindet, anregen können.
Ich meine nicht bei Knaben, sondern bei diesen älteren behaarten Herren, die ihre steifen Lenden nicht mehr regen können.
Ihr haltet mich, weil ihr von vielen tausend Küssen gelesen habt, für keinen rechten Mann?
Mit meinem Glied will ich euch Hinterteil und Maul stopfen.

17.12.10 18:04


Ein Brötchen in der Mikrowelle, Folge 1

Mein lieber Blogabonnent, mein lieber Herr Gelegenheitsleser (falls er trotz seines Links auf seinem Blog hier reinschaut),
es ist auch wieder mal an der Zeit, ein paar nette alltägliche Gedankengänge zu verfolgen.
Heute: Namarama
Zum Beispiel lustwandelte ich vor gar nicht allzu langer Zeit durch die Heidelberger Altstadt und war nicht übermäßig gut gelaunt. Aber da blieb mein Blick auf der Heckscheibe eines Autos kleben.
Jeder kennt diese Aufkleber mit "... on board", oder? Da stand dann auf der einen Seite "Maike on board". Zumindest nehme ich mal diesen Namen. Den eigentlichen habe ich vergessen.
Unvergesslich allerdings Name Nummer 2 auf der anderen Seite der Heckscheibe: "Laura-Maria-Sophie on board".
Ich musste doch etwas lachen. Laura-Maria-Sophie? Wie konnte es nur dazu kommen?
Zunächst einmal:
Warum bekam dieses Mädchen einen Tripelnamen und das Schwesterherz nur einen einfachen? Da ist ja beinahe schon eine Strategie eingeplant: Entweder zeigt der Tripelnamen an, dass man diese lieber hat, da sie einen größeren Namen bekommt, oder er dient dem Gegensätzlichen: "Wir werden unserer anderes Kind nicht ganz so sehr lieb haben wie unser erstes. Aber wir haben ihm einen dreifachen Namen gegeben. Das ist auch etwas wert."
Ernsthaft. Wie hat sich das abgespielt? Dachten Mama und Papa beim einen Kind: "Oh, das sieht aus wie eine Maike." Gut. So etwas kommt sicher vor. Das Kind sah zwar sicher auch aus wie ein frisch geborener Jürgen, aber fein, für die Eltern stand Maike auf der Stirn.
Kann man nun aber wahrhaftig ein Kind anschauen und sagen: "Oh, es sieht aus wie eine Laura-Maria-Sophie!"? Wie lief der kreative Prozess ab? Ein Partner wollte das Kind Laura nennen, der andere Sophie und irgendwie fanden beide noch Maria toll, wollten aber nicht für jeden Namen ein weiteres Kind zeugen?
Und warum dann auch noch Namen wie Laura oder Sophie? Die sind, zusammen mit Maria, alles andere als herausragend. Speziell Laura und Sophie (oder Sofie oder Sophia oder Sofia) sind doch im Prinzip die Arschgeweihe unter den Mädchennamen. Gleich hinter "Lena". (Anmerkung des Verfassers: Natürlich richtet sich das in keiner Weise gegen irgendwelche Trägerinnen dieser Namen!) Wenn das Kind ohnehin schon einen Tripelnamen erhält, dann kann man doch auch gleich richtig tief in die Namenskiste greifen: Luthien-Walburga-Ente!
Aber vielleicht aber sie unserer Laura-Maria-Sophie ein Walburga als Zweitnamen aufgedrückt. Als Drittnamen noch Carmen. Wenn die Familie dann noch Müller oder Schmitt hieße, dann hätte dieser Name etwas Episches.
Laura-Maria-Sophie Walburga Carmen Müller-Schmitt.
Damit wird man Richterin oder Bundeskanzlerin. Mindestens. Vielleicht auch das Zentrum eines neuen Kultes. Diesen Kult nähme ich auch gerne noch unter meine Religionen auf. Am Donnerstagvormittag ließe sich da etwas einrichten.
Natürlich haben die Eltern jegliches Recht ihren Kindern auch einen Triplenamen zu geben. Die Bestandteile sind ebenso ihre Sache. Aber bei allen Göttern, ich musste schon etwas grinsen und die lustigen Gedanken, die sich um dieses Thema drehten, beschäftigten mich bis ich beim Bahnhof angekommen war.
Stellt man mich vor die Wahl "Sinnlose Gedanken oder Konzentration auf die Kälte", dürfte recht offenkundig sein, was ich wähle.
Vielleicht denkt nun mein Abonnent: "Der spinnt ja! Über solche Nichtigkeiten denkt man doch nicht nach. Da erfriert man lieber. Hat er denn nichts Besseres zu tun?"
Doch, das habe ich. Damit beende ich auch die erste Folge von "Ein Brötchen in der Mikrowelle"

Abschließend:
Lied des Tages: Bad Religion - Infected
Zitat des Tages:
"Wenn das Gehirn des Menschen so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir so dumm, dass wir es nicht verstehen würden." Auszug aus: "Sofies Welt" von Jostein Gaarder
15.12.10 17:06


Auf Schwingen aus Stahl

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Auf Schwingen aus Stahl.
Eine Strahlenkrone auf dem Haupt, ein Krebsgeschwür aus Hass.
Willst du dies weiter ertragen? Welch Kind liegt in deinen Armen?
Die Unschuld so sanft.
Stirbt.
Luft wird zu Asche.
Atmet es noch?
Die Schwingen beschwören eine aschfahle Nacht herauf.
Sie legt einen grauen Schleier über dies Gesicht.
Ertrunken zwischen Schenkeln.
Gebunden als vermengtes Fleisch, nun: Auseinander gerissen.
Es rührt das Kind den Finger, berührt.
Ein Herzschlag, kurz: Er schmerzt.
Vergebung ist das letzte Opfer.
Wenn der Schleier fällt:
Möglichkeiten!
Ungezählte.
Sich nicht verlieren.
Stirb nie, auch wenn die Zeit gekommen.
So viele Möglichkeiten.
Hass erlischt in flammender Raserei:
Nun sind die Schwingen aus Feuer.
Die Nacht wird zum Tage.
Preise ihn, wenn er wiedergekehrt:
Gestorben um zu leben. Leben um zu sterben.
Er ist der Kreislauf. In dir.
Keine Nacht währt ewig.
Sie endet - mit einem Flügelschlag.
12.12.10 15:08


Ein letztes Mal Winken

Du hast Recht. Es ist kalt. Aber nein, ich will nicht frieren. Was soll diese Kälte hier draußen auch schon sein, verglichen mit der, die sich langsam in mir ausbreitet.
Dort draußen ist die Nacht... und wenn ich sie mir so ansehe... nein keine Schwermut, nicht hier, nicht jetzt. Ich mag mein Gesicht nicht unter dem Schutzmantel der Nacht verbergen. Hier ist es! In all seiner gebrochenen Herrlichkeit. Sieh mir wenigstens in die Augen. Sieh mir bitte in die Augen. Nach der Zeit, die wir hatten, wird das doch möglich sein, oder?
Ich rede dir zu geschwollen? Es tut mir Leid. Ich spreche mit dem Herzen und mein Verstand wird nur Zuschauer sein. Er nickt und ist einverstanden. Magst du es auch nicht sein, magst du glauben, dass solche Worte nie geholfen haben und einem Mann nicht gut zu Gesicht stehen - was macht das schon?
Ja, meine Hand ist kalt. Nein, ich zittere nicht. Nicht nach außen hin zumindest. Aber frag mich bitte nicht nach dem, was in mir ist.
Du wunderst dich, dass ich nicht weine? Ich sei doch so ein weinerlicher Mensch, warum also nicht hier? Ich weine, aber du kannst meine Tränen nicht mehr sehen. Wie auch? Du spürst dasselbe wie ich - und du hast es seit längerer Zeit gespürt. Unsere Seelen haben sich entfernt. Ich fühle dich nicht mehr. Keine Angst vor dem Alleinsein, keine Begierde nach fleischlicher Lust kann uns noch retten. Früher hättest du meine Tränen gesehen...
Ja, ich sehe die deinen. Wie sie deine Wangen herabgleiten...
Tut es mir Leid? Ich wollte dich nie verletzen. Ja, du mich auch nicht, ich weiß, allerdings: Menschen verletzen sich. Das bleibt nie aus.
Auch wenn sich unsere Wege hier trennen, vergessen werde ich dich nicht. Kann ich nicht. Ich will es auch gar nicht.
Nein, lass mich doch. Komm in meine Arme und lehn dich an, bis dein Schmerz nachgelassen hat. Ich wünschte, ich könnte dir helfen. Allein, ich bin das Problem. Deinen Schmerz lindern - das würde ich gerne... doch ich bin der Grund.
Nein, ich will dich nicht von deinem Entschluss abbringen. Ich nehme ihn an - was soll ich auch anderes tun?
Nein, ich fühle mich nicht gut. Es wird auch lange nicht wieder besser werden. In der einsamen Stille der Nacht, im kalten hellen Licht des Tages, in Freude und Leid - mir wird etwas fehlen.
... ja wenn es eine Möglichkeit gäbe, dass du bei mir bliebest. Ich hätte nichts dagegen.
Ein letzter Wangenkuss und ein letzter Blick in deine Augen. Die Tür schließt sich.
Die letzten Lügen unserer Zweisamkeit sind ausgesprochen. Ich pflanze einen Samen der Hoffnung in die Erde – nicht für die Liebe sondern für ein freundliches Wiedersehen. Danke, dass du nie gesagt hast „Lass uns doch Freunde bleiben“. Nicht dass ich nicht wollte, aber wie grässlich dieser Satz doch ist. Ach, ich wusste nicht, dass ich auf den Samen spucken würde, dass ich ihn so schnell entehren würde... und nicht dass du den Keimling letztlich zertreten würdest.
Ein letzter flotter Spruch zum Schluss: Nicht von Anfang an gewusst, nicht von Anfang an geahnt. Was war und ist, kommt und bleibt, es tut uns nicht leid.
Kettcar. Ja. Kein Balu mehr und keine Audrey.
Rückwärts gehe ich in die Nacht, Schritt um Schritt tiefer hinein.
Es tut uns nicht leid.
8.12.10 23:29


Ein einsamer Spaziergang

Ich hätte nie gedacht an diesem Ort alleine umherzuwandern, hier wo alles stirbt. Vor meinem Auge verwandeln sich Körper in gestaltloses Fleisch, Fleisch wird zu Staub. Für kurze Zeit nur erwachen die Menschen hier, kommen zu Bewusstsein. Fast alle schreien. Hier wird ihnen für einen kurzen Moment klar, dass so Vieles vergeben war. Ihre Wünsche und ihr Besitz, ihre Bildung und ihr Vermächtnis - was genau unterscheidet sie denn von so vielen anderen vor ihnen? Und was von denen, die dereinst ihnen hier nachfolgen werden? Diese Gemeinsamkeiten machen ihnen Angst, eine übelkeiterregende Furcht, die sich in ihre Herzen schleicht. Wo sind die Dinge, durch die sie sich von den anderen unterscheiden? Sie wissen es nicht, so gut wie alles, was sie dafür hielten, ist bedeutungslos.
Hier an diesem Ort.
Nur wenige schreien nicht, nur wenige erbrechen sich nicht. Sie vergehen mit einer Geduld, die zeigt, dass sie schon lange unterwegs sind. Sie wissen, dass es nicht darauf ankommt, anders zu sein. Was sie nicht wissen ist, worauf es wirklich ankommt. Obwohl sie schon oft hier waren. Ich weiß es. Ich kenne es. Auch ich war hier schon viele Male. Meine Gedanken schweifen weit in die Vergangenheit. All die Leben, die mein waren, all die Erfahrungen, die ich gesammelt habe...
Weiß ich, worauf es hier ankommt? Nein. Ich habe mich nur an diesen Ort gewöhnt.
Zeit!
Die Menschen sorgen sich so sehr um die Zukunft, dabei gehört sie ihnen nicht. Die Zukunft gehört sich selbst, unser Einfluß auf sie ist nur gering. Allein die Gegenwart ist unser Leben, dieser nie endenwollende Strom aus Augenblicken. Da ist er, der Augenblick - und schon vergangen. Hinter uns breiten sich die Felder unserer vergangen Taten und Worte aus, vor uns liegt ein unkontrollierbares Ungetüm, das schon seine Fühler nach uns ausstreckt. Es ist bereit unsere Wünsche und Hoffnungen zu verschlingen und zu zerreissen, sie neu zusammenzusetzen oder gar völlig zu zerschlagen und seine eigenen Vorstellungen über unser Leben zu stülpen.
Immer weiter treibe ich in die Vergangenheit ab. Hier bin ich König und Narr zugleich. König, weil sie mir gehört. Ich kann sie beherrschen wie kaum eine andere Sache. Verfälschen, wenn ich will, mich selbst betrügen und letztlich eine ganz andere Vergangenheit erfinden.
Doch der Narr bin ich, denn die Wahrheit wird irgendwann wieder hervorbrechen - und was habe ich dann von diesem königlichen Selbstbetrug. Der Spiegel des Narren zeigt mir die Wahrheit.
Meine Reflektion im Spiegel vergeht, denn ich vergehe. Dabei sehe ich dich. Erinnere mich an die Begegnungen zwischen uns und an das was zwischen uns gewesen ist. Welch ein Zufall dich hier zu finden. Du windest dich und schreist. Eines Tages wirst du weiter sein, ebenso wie ich noch weiter sein werde. Wir reifen mit jedem Leben. Vielleicht sehen wir uns wieder - irgendwo und irgendwann.
Wir zerinnen zu Fleisch. Meine Gedanken drehen sich um Vergangenes. Deine toten Augen sind das Letzte, was die meinen sehen. Mein Fleisch wird zu Staub.
Zeit! Soviel davon und doch nie genung im Leben. Hier aber, an diesem Ort finde ich Zeit zu sterben.
So viele Leben... so viele Taten... so viele Worte... so viele Herzschläge... so viele Atemzüge.
Der Tod ist nicht das Ende und er wird es für lange Zeit nicht sein. Irgendwann werde ich es verstehen, irgendwann werde ich aus diesem Kreislauf entschwinden. Irgendwann wird es weitergehen, ganz woandershin. Lichtjahre entfernt? Oder an einem Ort an dem Zeit und Raum anders sind, wo es sie nicht gibt?
Das Licht...
Meine Seele zerinnt langsam. Vielleicht zu langsam?
Das Licht...
Auch diesen Ort kenne ich. Etwas entsteht. Ich stürze ins Leben zurück. Die Seele zerfällt, das Bewusstsein, das am Ort, wo alles stirbt, herrschte füllt sich mit Nebel, fällt in einen tiefen Schlummer. Nur das Nötigste wird ins neue Leben hinübergehen. Der Rest wird schlafen, solange bis ich wieder an den Ort zurückkehren werde, an dem alles stirbt. Nach diesem Leben, wenn ich wieder alleine spazieren werde.
Der letzte Gedanke erlischt. Eine Bewegung setzt ein. Ein Tritt.
25.8.10 15:37


Shuffleskop, Vol. 1

So ganz ohne etwas unsinnige Shufflebetätigung kann mein Blog ja nicht sein. Möge der Leerlauf beginnen.

Shuffleskop: 17. - 23. Mai


Gesundheit: Kettcar - Einer

... wird kommen. Nur wer? Der Herzinfarkt?


Erfolg: Grave Digger - Demon's Day

Klingt vielversprechend. Hoffentlich bezieht es sich auf Lateinische Stilübungen II.


Geld: Beatsteaks - Big Attack

Auf mein Geld? Oh schön... ich will gar nicht wissen, was ich mir neu zulegen muss.


Liebe: Caliban - Supervision Until Death

Merke: Eine meiner schlechten Eigenschaften ist krankhafter Kontrollzwang.


Schade, keine wirklich lustigen Ergebnisse. Vielleicht beim nächsten Mal. Der Völkerbund ruft. Gotta gotta go!
17.5.10 22:53


Rockinfreakapotamus!

Ich bin gespannt, ob ich dieses Wort im Alltag einsetzen kann. Woher es stammt? Es sollte sich leicht googlen lassen. "Googlen" - steht das eigentlich schon im Duden?
Zuviel Koffein schwimmt durch meinen Körper.
Heute war Hochspannung im Lateinproseminar angesagt. Ich habe seltsame Zeichnungen angefertigt. Es war nicht ein einziger Ork dabei. Das nennt man wohl Weiterentwicklung.
Gestern Pulp Fiction zum zweiten Mal gesehen. Der Film hat mir noch besser gefallen als beim ersten Mal:
"Ich hab' Marvin ins Gesicht geschossen!" und Samuel L. Jackson hat Gehirnfetzen im Afro hängen. Ist es falsch das zum Schreien komisch zu finden? Widerspricht das nicht meiner Eignung für eine im Lehramt tätige Person?
Gut solange ich keine Brutal-Death-Metal-Band habe und mich auf der Bühne mit Litern von Kunstblut übergieße, dürfte das noch durchgehen. Grüße an den Herren von Debauchery: Sind sie wirklich nicht auf den Gedanken gekommen, dass man sie deswegen für ein krankes Individuum halten könnte? Ich persönlich habe mit so etwas keine Probleme (ich zitiere ja auch unglaublich gerne Liedtitel von Cannibal Corpse (und besitze auch ein Album der oben genannten Band des gestörten Herren)), aber ist ihnen auch nie der Gedanke gekommen, was für explosive Elternabende das ergeben hätte, wenn die Eltern ihrer Schüler das mitbekommen hätten? Gesetzt den Fall, dass sie so weit gekommen wären.
Die Rektorin schlußfolgerte ja, sie seien krank und hätten eine beschissene Einstellung zur Gewalt. (Seien wir froh, dass sie nicht Sigmund Freud gewesen ist. Der hätte das Ganze vermutlich auf einen Ödipuskomplex zurückgeführt. "Chainsaw Masturbation" und so.)
Ich frage mich auch die ganze Zeit: Verdient man mit Debauchery so gut, dass man so ein Referendariat hinwerfen kann? Oder war das wirklich eine bewusste Entscheidung für die Band? In dem Falle Respekt.
Was lernen wir daraus? Lehramt und Brutal Death Metal vertragen sich nur in bestimmten Fällen. Als Schüler und als Hörer kann man sich das durchaus leisten. Ich finde als Lateinlehrer kann man mir da auch keine Vorwürfe machen: Schon mal die ovidschen Metamorphosen gelesen? Da wird munter zerrissen und zerstückelt und vergewaltigt, was das Zeug hält. Das stört niemanden. Aber kaum macht man eine Band auf und schreibt Splattertexte ist man gestört. Das andere ist aber natürlich auch Dichtkunst. Wie ich immer sage: Eine differenzierte Sichtweise ist alles.
Das bringt mich zu meinem 1. Studienfach:
Freudige Neuigkeiten! Ich habe den ersten Teil meines Lateinlektürekanons fertig übersetzt. Nur noch geschätzte 20.000 weitere Seiten Lateintext - gepriesen seien die Götter!

PS:
Geschichte ist natürlich weniger brutal. Abgesehen von den mittelalterlichen Texten in denen Leuten das Bauchfett herausgeschnitten wird, um es auf dem Markt zu verkaufen. Oder den Texten darüber wie die jüdischen Mütter ihre eigenen Kinder töten, damit sie nicht als Christen erzogen werden. Die ganzen anderen Kriege, Massaker und Völkermorde werden ja nur sachlich behandelt.
...
Jetzt mal im Ernst, wer will mir noch erzählen, dass Gewalt nicht zum Menschen, seiner Kultur, ja ich behaupte gar, zu seiner Zivilisation gehört? Man muss, nein, man sollte sie nicht gut heißen oder aktiv anwenden, aber es ist nicht so als ob wir Unschuldslämmer wären.

PPS:
Es macht unglaublich viel Spaß durch eine mit aufgespannten Regenschirmen gefüllte Fußgängerzone zu eilen. Das meine ich ernst. Ich habe mich wie ein Tetrisstein gefühlt, der Gegenverkehr hat. Das war eine gute Übung für die Festivalsaison: Schnell und effizient in Menschenmengen vorankommen ohne übermäßigen Körperkontakt.

*~*: "Das ist also eine Redundanz oder ein Pleonasmus oder doppelt-gemoppelt, wie man umgangssprachlich sagt." *~*
14.5.10 19:26


Zeus machte Radau (und ich tanzte dazu)

Heute war einer dieser Tage. Man ist um 5 Uhr in der Frühe ins Bett gegangen, der Wecker schallt einem um 9 Uhr mit Lady Gaga entgegen (immerhin haben meine Fußzehen im Takt gewippt) und dann erledigt man endlich die Arbeit für das Proseminar, das man drei Stunden später besucht.
Wozu? Keine Ahnung. Wir haben letztlich über das Arbeitsblatt einer Kommilitonin zur Quellenkritik geredet, das sie in ihrem Geschichtsleistungskurs erhalten hat. Eine Erstsemesterin, daher kann das Ganze noch nicht allzu lange zurückliegen.
Es folgte die unvermeidliche Dienstagspause. Ein Kopierer hat behauptet, dass er unter einem Papierstau leide. Diese elendige Pissnelke lügt mich einfach an.
Danach habe ich am Überfall auf die Sowjetunion teilgenommen (und später Pearl Harbor zerbombt). Ihr hättet Stalins Gesicht sehen müssen, als wir so munter in Mütterchen Russland einmarschiert sind. Der konnte das gar nicht glauben. Laut ihm kann doch niemand so dumm sein, das zu tun. Da hat der Diktator etwas dazu gelernt. Nächste Woche dann: 1942 - Der lange Weg nach Stalingrad - und in Asien werden wir uns Japans Erfolge anschauen. Zu der Peinlichkeit, dass die Italiener die Griechen nicht alleine besiegen konnten, hülle ich mich in Schweigen.
Passend zur Untergangsstimmung auf Hawaii hatte sich auch in diesem Lande die Sonne verzogen. Die Winde eilten aus allen Richtungen herbei und Zeus warf lachend mit Donnerkeilen um sich.
Die Leute haben sich wahrlich wie Schafe in den Bus gedrängt. In Wiesloch-Walldorf angekommen, tanzte und schlurfte ich langsam aber zielstrebig zu meinem geliebten Opel Corsa (Ausführung B). Ein jeder Blitz ließ meine Stimmung, die ohnehin nicht schlecht war, besser werden.
Ernährungstechnisch führte ich mir daheim angekommen vor allem Pistazien und Schokokekse zu Gemüte.
Jetzt stehen noch Woodrows 14 Punkte auf dem Programm. 14 vorhandene Punkte gegen 0 abgehandelte.

*~*: "Und was glauben sie, warum der Autor der Quelle dann wohl eine falsche Angabe gemacht hat?" - "Naja, er wird eben so "Ey, du bist doch voll blöd" gedacht haben, über den anderen. Äh, ne? Und dann schreibt man eben etwas Unrichtiges." *~*
11.5.10 22:43


The Last Day On Earth

Es ist nie zu spät. Ewigkeiten stand das Gemäuer hier leer. Noch ist mein Herz voller Asche, noch benebelt Schlaf meine Sinne. Vielleicht wird es nie ein Erwachen geben und dieser Augenblick ist nichts weiter als ein nostalgisches Aufbäumen.
Aber im Ernst: Wen interessiert das schon?

Der Blog ist wieder geöffnet und alles Weitere wird sich ergeben.

Fabricati diem, punc!
11.5.10 04:26


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